Kapitel drei
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„H |
i Jake“ umarmt er mich „wie geht´s dir? Hab dich lange nicht mehr gesehen.“ Mich aus der Umarmung lösend antworte ich „Hi Dad, naja ist halt Schule und so.“ Da stand auch schon meine Schwester parat und ich bin heil froh das sie jetzt diesen ganzen Begrüßungsstuff übernehmen kann und ich nicht dabei sein muss, wenn Mum und Dad aufeinandertreffen. Um das auch sicherzustellen verschwinde ich in die Küche, verspreche meiner Mum auf das essen aufzupassen und schicke sie raus um Dad zu begrüßen.
Nach etwa 20 min in denen ich weder Geschrei, noch zerbrochene Gegenstände hören konnte ging ich ins Wohnzimmer wo sich alle auf der großen blauen Kautsch niedergelassen haben und gab bekannt das das essen fertig sei. Mi und Dad gingen also zum Esstisch, den Mi anscheinend schon gedeckt hatte bevor Dad da war, und Mum und ich verschwanden in die Küche um das Essen zu holen. Dem Gesichtsausdruck und der Körperhaltung meiner Mum nach zu urteilen bin nicht nur ich nervös.
Aber wer mag es ihr verübeln wir alle zusammen an einem Tisch mit den guten Gläsern und dem säuselnden Radio im Hintergrund, welches schon wieder ein Lied von Simon Browns neuem Album spielt. Das Lied handelt wie gefühlt jedes seiner Lieder um die große Liebe was extrem Lustig ist, wenn man den Gesichtspunkt mit einbezieht, dass noch nie bekanntgegeben wurde das er eine Freundin hat. Ob er überhaupt weiß wie es ist ein Mädchen zu lieben? Naja darüber brauche ich mir wohl kaum Gedanken machen. Er ist ein weltweit bekannter Superstar mit massig Geld, der eigentlich auch gar nicht so schlecht aussieht. Also wer würde nicht auf ihn abfahren?
Die Angst die ich hatte, dass unser Haus innerhalb 20 Minuten in Flammen stand oder ähnliches, schien sich nicht zu bewahrheiten. Mum, Dad und Mi redeten einfach nur. Zwar nicht über komplexe Themen wie Politik oder so, aber Smalltalk funktioniert scheinbar ganz gut. Also redeten wir über Mi´s Studium zur Architektin, mein Germanistik Studium und das Essen und das Wetter. Es hat sich fast so angefühlt wie früher. Unsere Eltern hatten sich zwar schon getrennt, aber versucht für uns Kinder die heile Familie zu spielen, was mir eigentlich ganz gut gefallen hatte. Als wir dann Älter wurden, und Mum und Dad nichts mehr zusammen hinbekommen haben war es endlich an der Zeit das einer von ihnen Auszieht, denn ich wollte nachts unbedingt durchschlafen und nicht am Morgen von meinen Eltern geweckt werden die sich über etwas Belangloses wie die Kaffeemilch oder die Zeitung stritten.
Als ich dann 12 war ist Dad also ausgezogen und es war okay, für mich war es okay. Aber Mi hatte große Probleme damit das sie nicht mehr beide unter einem Dachlebten und dass Mum die ganze Zeit über Dad hergezogen ist hat es auch nicht viel besser gemacht. Aber heute an diesem Freitagabend da sitzen wir alle zusammen und es scheint zu funktionieren. Als nächstes geht es an den Nachtisch den Mum für heute Abend zubereitet hatte. Über Mums Kochkünste lässt sich streiten, aber Ihr Nachtisch ist fabelhaft und sie weiß das. Wir fingen also alle an zu essen und ich wusste erst nicht wieso aber ich hatte ein ganz dummes Bauchgefühl.
„Der Nachtisch ist Fantastisch wie immer“, sagte Mi um wieder ein Gespräch in Gang zu bringen. Dad stieg darauf ein und sagte zu meiner Mum „Ja, Mi deine Mum konnte schon immer gut backen aber die Hochzeitstorte die wir damals hatten wird sie nicht nochmal toppe können.“ Und schon konnte der Streit beginnen. „Daniel du weist das ich die Hochzeittorte nicht selbst gemacht habe wieso also...“ „Mum alles okay er wollte doch nur“ versuchte Mi sich in das Gespräch zu klinken „Nein nichts ist okay ich weiß das ich gut bin, Jake weiß das ich gut bin und Daniel muss das eigentlich auch wissen! Hätte wir damals den Kredit für den Laden bekommen… „Ja dann hättest du deine eigene Konditorei und alle wären glücklich“ pflaumte Dad, Mum an und das war auf jeden Fall die Falsche Antwort denn jetzt wurde es immer nur Lauter und ernster und ein Glas flog auf den Boden als die beiden sich Anbrüllten und dann habe ich was getan was ich eigentlich nie tat.
Normalerweise blieb ich Sitzen und versuche in eine Traumwelt unterzutauchen, wenn etwas schlimmes Passiert aber diesmal konnte ich mich einfach nicht zurückhalten. Ich stand auf. Ich Brüllte nahezu „Was denkt ihr euch eigentlich noch dabei! Ihr seid hier nicht allein! Ich habe es satt euch immer wieder Streiten zu sehen! Wieso können wir nicht einmal normal sein? Normal wie einfach zwei Eltern die sich lieben und mit ihren beiden Kindern zusammen zu Abend essen und Spaß haben? Ich möchte doch nur einen normalen Abend. Das schuldet ihr uns.“ Daraufhin wurde es ganz still. Ich schnappte mir ein paar Schuhe, den Autoschlüssel und die Jeansjacke und ging. Stieg ins Auto. Fuhr los.
Zu einem Sicheren Ort, welcher immer voll von Frieden und Freundschaft war und der mir immer half wieder runterzukommen. ich fuhr in die Bibliothek.
Bibliothek hört sich zwar langweilig an aber diese war die Schönste welche auf Erden existiert, auch wenn sie auf den ein oder anderen etwas schäbig und klein wirkt. Sie hatte immer offen und man traf alle möglichen Leute und konnte lesen oder sich einfach nur unterhalten. Es gab dort auch mehrere Buchclubs und es war eigentlich immer jemand da. Ob ein Buchcharakter der dir half aus einem Loch zu kommen. Ein Schreiber der wieder total die Zeit vergessen hatte und dich fragt ob es komisch ist, wenn ein Org mit einer Steinschleuder gegen eine Fee mit einem mit Diamanten besetzten Schwert kämpft, oder der wissen will wie viele Charaktere wohl bei dem Einsturz eines Hochhauses sterben könnten. Und man darf natürlich auch nicht dieses eine Mädchen vergessen was gefühlt in der Bibliothek wohn und dort immer einfach nur in eine Welt eintaucht.
Da angekommen Schnappte ich mir den große Gatsby und fing an zu lesen. Bis ich auf einmal eine Stimme hörte die mir nicht bekannt vorkam und ich mich fragte ob ich einfach zu weit in dem Buch bin oder ob sich ein Neuling in die Bibliothek getraut hat.
Kapitel drei Ende
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